Die Rostocker Heide

Ein Paradies für Wanderer bei Graal-Müritz

Seit 1252 besitzt die Stadt Rostock die rund 6.000 ha große Rostocker Heide und damit einer der größten kommunalen Waldbesitzer in Deutschland.
Die Rostocker Heide ist ein Teil des Wald- und Heidegebietes Nordöstliche Heide Mecklenburgs und zusammen mit dem Gelbensander Forst, dem Forst Alte Heide und dem Ribnitzer Forst bildet die Region den Rest eines Urwaldes, der sich in unserer Vorzeit von den Niederlanden bis nach Pommern ausgebreitet hat.
Auch das Seeheilbad Graal-Müritz liegt in diesem Gebiet.

Hier in der Rostocker Heide finden Sie einige wenige kleinere Hügel wie z.B. den Dachsberg oder den Budenberg, viele Gräben und Bachläufe wie den Rohrbach, den Feuerstellenbach, den Radelbach und noch viele andere und einige Seen, wie den Heiligensee oder den Radelsee.
Außerdem natürlich die Waldflächen. Über die Hälfte davon sind Nadelbäume aber auch Buchen, Eichen und Birken gibt es hier.

In den Mooren und Schilfgebieten gedeihen Sumpfbinsen, Sumpfdotterblumen und Orchideen.
Viele Insekten, Eisvögel, Kraniche und Seeadler haben hier ihr Revier.
Es gibt eine wirklich große Artenvielfalt zu sehen und ein Teil der gleich drei Naturschutzgebiete ist zum Totalreservat bestimmt worden.

Im Gebiet der Rostocker Heide befinden sich einige Gedenkstätten.
So z.B. das Brandts-Kreuz – es erinnert an den Jäger Brandt, der hier 1669 bei einem Jagdunfall gestorben ist.
Hermann Friedrich Becker, ehemals Forstinspektor, hat 1793 zum ersten Mal eine vermessene Forstkarte erstellt und die geregelte Forstwirtschaft begründet. An ihn erinnert der Beckerstein.
Weiter gibt es noch den Garthe-Stein – zur Erinnerung an den Forstinspektor Max Garthe jun., den Gedenkstein im Küstenwald als Erinnerung an den Nachfolger Garthes – Charles Bencard und den Krause-Stein – gewidmet dem Heimatforscher Ludwig Krause.

Um die Schönheit der Rostocker Heide richtig kennenzulernen, bietet sich eine 4-Tages-Wanderung an, die Rundwanderung durch die Region.
Sie beginnt in Graal-Müritz und der erste Tag soll Sie von Graal-Müritz bis Markgrafenheide bringen.
Schon der Startpunkt, die Seebrücke von Graal-Müritz, verführt zum Verweilen. Am Brückenkopf genießen Sie einen fast unbegrenzten Blick über die Ostsee.
Dann geht es weiter vorbei am Rhododendronpark, der mit den über 2.500 wunderschönen Pflanzen lockt.
An der Küste entlang und parallel zum Strand führt der Weg weiter. Sie können entweder zwischen Deichweg und Naturschutzgebiet Heiligensee-Hüttenmoor wandern oder auch direkt am Strand entlang gehen.
Im Naturschutzgebiet Radelsee bietet sich eine Überfahrt mit der Barkasse in das Seebad Warnemünde an.
Sie können die Barkasse auch in Schnatermann verlassen, dort nach einer Rast weiterwandern bis zu einer Schutzhütte und weiter über den ausgeschilderten Pfad mitten in das Naturschutzgebiet Radelsee.
Sehenswürdigkeiten hier sind das Flächennaturdenkmal Stechpalmenwald und der Globusbaum – eine 100-jährige Eiche mit kugelrunder Krone.
An der Postwiesen-Schneise vergessen Sie nicht einen kurzen Abstecher nach links zum Aussichtsturm, es lohnt sich.
Der Rest des Weges führt Sie dann über die Moorgrabenbrücke hinein nach Markgrafenheide.

Der zweite Tag geht von Markgrafenheide bis Purkshof.
Der Weg führt Sie wieder entlang des Naturschutzgebietes Radelsee und über den Fesselbrandts-Weg. Hier finden Sie dann auch die Gedenkstätte Brandts-Kreuz.
Weiter auf die Backofen-Schneise und Postweisen-Schneise, durch den Wald und schon sind Sie in Hinrichshagen, einem idyllischen kleinen Dorf.
Nun geht es weiter auf der Eichenallee am gelben Tor. Diese schattenspendenden jahrhundertealten Bäume führen zum Gedenkstein für den Forstinspektor Becker und weiter nach Wiethagen.
Im Städtchen Wiethagen gibt es das historische Forstamt. Etwas außerhalb liegt der Forst- und Köhlerhof und hier gibt es den letzten noch funktionstüchtigen Teerschwelofen ganz Mitteleuropas zu besichtigen.
Ein Naturlehrpfad macht Sie mit den Besonderheiten der Rostocker-Heide vertraut.
Zurück über Wiethagen, Rövershagen und über Felder erreichen Sie dann das Tagesziel Purkshof.
In Purkshof selbst gibt es das Karl's Erlebnis-Dorf und lädt zum Rundgang ein. Übrigens gibt es hier auch einige kulinarische Verführungen.

Am dritten Tag soll es von Purkshof bis Neu Hirschburg gehen.
Wieder geht es zum Köhlerhof in Wiethagen. Dann aber weiter zur Pösten-Schneise und vorbei am Informationspfad des ehemaligen Konzentrationslager Schwarzenhof-Steinheide, ein Zeugnis unserer unrühmlichen Vergangenheit.
Im Verlauf des weiteren Weges kommen Sie zur Kirche in Gelbensande und am alten Forsthof vorbei ins Ortsinnere.
Sehr sehenswert hier ist das Jagdschloss – 1880 war des die Sommerresidenz des Großherzog Friedrich Franz III..
Wenn Sie dem Wanderweg weiter folgen, kommen Sie zum Wallberg, hier soll der berühmt berüchtigte Klaus Störtebeker einen Schlupfwinkel gehabt haben.
Nicht mehr weit und Sie haben Ihr Tagesziel Neu Hirschburg erreicht.

Der 4. und letzte Tag des Rundwanderwegs durch die Rostocker-Heide bringt Sie dann von Neu Hirschburg zurück nach Graal-Müritz.
Sie wandern den Weg Am Waldessaum bis zum Rand von Neu Hirschburg und biegen dann ab auf die Hundeeiche.
Sie können den Weg abkürzen und über die Glähnsäd-Schneise direkt nach Graal-Müritz gehen.
Eine etwas längere, aber sehr lohnenswerte Strecke geht allerdings geradeaus weiter.
Sie führt Sie zur Naturschutzkammer und zum Paradiesgarten. Das sind privat geführte Museen, in denen Sie in einem wunderschönen Garten viele Tiere, Pflanzen und Pilze bestaunen können. Ein Naturlehrpfad gehört ebenfalls dazu.
Zum Schluss geht es dann über den Moorrundweg durch das Naturschutzgebiet Ribnitzer Großes Moor. Es ist eines der interessantes Hochmoore in Deutschland.
Über den Hufenweg und die Promenade erreichen Sie den Endpunkt der Rundwanderung – die Seebrücke in Graal-Müritz.

Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Natur rund um Graal-Müritz und damit die Rostocker-Heide kennenzulernen.
Und um den Weg richtig zu finden, gibt es ausführliches Kartenmaterial.